Das große Baulexikon
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Falz-
Einfacher oder mehrfacher Ausschnitt an den Kanten eines Werkstückes als Anschlag oder Überlappung.
Fase-
Abgeschrägte Kante an Holz, Metall, Stein. Durch das Abfasen werden scharfe Kanten oder ein Absplittern bzw. Abbröckeln vermieden.
Faserzement-
Material zur Herstellung von zementgebundenen, mit Fasern armierten Platten in unterschiedlichen Farben, Formen und Größen. Wird zur Dacheindeckung und für Fassaden verwendet.
Feder und Nut-
Vor allem bei der fugenlosen Verbindung von Holzbauteilen angewandtes Prinzip: Die angefräste Leiste, die Feder, greift beim folgenden Holzbauteil in den ausgesparten Schlitz, die Nut. Auch in der Ziegelbauweise gibt es Feder und Nut: Ziegel haben an den Stirnseiten eine Zahnprofilierung, die wie Feder und Nut ineinandergreifen. Diese Ziegel werden ohne Mörtel knirsch aneinandergesetzt und nur in der Lagerfuge - also oben und unten - miteinander verklebt (Planziegelbauweise in Dünnbett-Mörteltechnik).
Fertigbaustoff-
Mörtel, Putze, Betons etc., die im trockenen Zustand bereits optimal aus den einzelnen Bestandteilen zusammengemischt sind. Mischfehler werden vermieden, da nur noch Wasser zuzusetzen ist.
Fertig-Parkett-
Parkett, das in handlichen, vorgefertigten und bereits endversiegelten Elementen geliefert wird und deshalb auch vom Selbermacher einfach zu verarbeiten ist.
Feuchteabgabe-
Bei Lebewesen das Schwitzen, bei unbelebter Materie das Ausdiffundieren herstellungs- oder witterungsbedingter, innerer Feuchte über die Oberfläche. ( siehe auch Baufeuchte )
Feuchtepuffer-
In einem Raum entsteht durch Duschen oder Kochen immer wieder kurzzeitig hohe Raumfeuchte. Diese wird nicht sofort über Diffusion oder Lüftung abgebaut. Zunächst einmal werden alle "trockenen Stoffe" wie Teppiche, Tapeten, Putze, Möbel einen Teil dieser Feuchte aufnehmen. Diese Feuchteaufnahme ist aber nur oberflächennah. Die Feuchte wird bei nächster Gelegenheit durch Lüftung wieder an die Raumluft abgegeben.
Feuchtesperre-
Feuchtesperre wird üblicherweise die Bitumenbahn auf dem Fundament genannt, die verhindert, dass Mauersteine von unten Feuchtigkeit "saugen" können. Auf dem Fundament wird in ein dünnes Mörtelbett eine Bahn (von der Rolle) Bitumenpappe dort verlegt, wo das Kellermauerwerk entstehen soll. Also eine 36,5 cm breite Bahn bei 36,5 cm Mauerstärke. Auf diese Bitumenbahn wird dann in einem Mörtelbett die erste Lage Mauersteine (Ziegel, Porenbeton, Kalksandstein) gemauert. Die in das Mörtelbett eingeschlossene Bitumenbahn ist eine Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit von unten ins Mauerwerk, was bei fehlender Feuchtesperre Schimmelpilze, Salpeter, Stockflecken und schadhaftes Mauerwerk zur Folge hat. Bitumenpappe wir auch bei Wänden auf der Geschossdecke eingelegt und beim Einbau von Fenstern, Rolladenkästen.
Feuerwiderstand-
Baustoffe werden nach ihrem Brandverhalten in Feuerwiderstandsklassen eingeteilt.
Ziegel und Porenbeton-Bauteile z.B. sind nicht brennbar, je nach Wanddicke feuerbeständig und sogar hochfeuerbeständig.
Feuerwiderstandsklasse-
Klassifizierung der Feuerwiderstandsdauer eines Bauteiles (z. B. Tür). Die Einteilung erfolgt in fünf Feuerwiderstandsklassen (nach DIN 4102) F 30, F 60, F 90, F 120, F 180. Die Zahl gibt jeweils die Mindestwiderstandsdauer in Minuten an, so bedeutet z. B. F 30, daß das Bauteil einem Feuer mindestens 30 Minuten widersteht.
First-
First heißt der obere Abschluss des Steildaches eines Hauses, an dem die geneigten Dachflächen in einer Linie zusammenstoßen. Der First wird mit speziell geformten Firstziegeln abgedeckt, damit keine Feuchtigkeit in den Dachraum eindringen kann. Gleichzeitig muß aber eine gute Dachentlüftung gewährleistet sein. Man kann den First in Trockenbauweise, mit einer Firstgratrolle, verlegen oder vermörteln, wobei man hier zusätzliche Lüfterziegel in die Dachfläche einbauen muß.
Trockenfirst / Trockenlüfterfirst
Unter Trockenfirst versteht man die Verlegung des Dachfirstes ohne Vermörtelung in vollkeramischer Version oder zusätzlich mit einer Firstgratrolle.
Firstgratrolle-
Die Firstgratrolle ist eine diffusionsoffene Kunststoffbahn in Rollenform zur Abdichtung des Firstes gegen Wasser und zur guten Entlüftung der Dachkonstruktion (siehe auch oben unter First).
Flachkanalsystem-
Besonders flache und daher platzsparende Kunststoffrohre zur Be- und Entlüftung. Einfache Verlegung durch passende Formteile und Übergangsstücke.
Fliesenkreuz-
Fliesenkreuze (meist aus Kunststoff) erleichtern das Verlegen von Fliesen, da sie, jeweils an den Ecken aufgesteckt, den Fliesenabstand regelmäßig halten.
Fließestrich-
Unter Fließestrich versteht man einen flüssig aufgebrachten Estrich, der selbstverlaufend einen planebenen Untergrund bildet.
FH-Tür-
Kurzbegriff für feuerhemmende Tür. FH-Türen müssen über nach DIN festgelegte Konstruktionsmerkmale verfügen.
Fördermittel-
Der Hausbau kann ebenso wie Maßnahmen zur Modernisierung oder Energie-Einsparung mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Förderungsformen sind z. B. Steuervergünstigungen, Darlehen oder Beihilfen. Geregelt wird die Förderung nicht nur durch Bundesgesetze, sondern auch durch zusätzliche Gesetze, Verordnungen und Förderprogramme der einzelnen Bundesländer.
Fries-
Die Unterteilung eines Tür- oder Fensterrahmens zur Gestaltung oder Aussteifung, z. B. mit senkrechtem, Mittel-, waagerechtem oder Querfries.
Frostgrenze-
Eindringtiefe des Frostes in die Erde und in Bauteile bis zur Null-Grad-lsotherme. Die durchschnittliche Frosttiefe in Deutschland beträgt 80 cm, maximal 1 m.
Fugendurchlasskoeffizient-
Er gibt an, wie dicht eine Fenster- oder Türfuge sein muß. Durch eine undichte Fuge geht um so mehr Wärme verloren, je stärker die Fuge dem Winddruck ausgesetzt ist. Da der Winddruck mit der Höhe des Hauses zunimmt, müssen die Fugen von hohen Häusern besser gedichtet sein als bei niedrigen Häusern, wie z. B. bei Einfamilienhäusern oder Doppel- und Reihenbauten.
Furnier-
Dünnes Blattholz, das durch Schälen, Schneiden oder Sägen vom Baumstamm abgetrennt wird.
Fußleiste-
Holz- oder Kunststoffleiste zum Abdecken der Fuge zwischen Wand und Bodenbelag.
Fußbodenheizungen im Trockenbau-
Bei Wand- und Fußbodenheizsystemen wird im Vergleich zur Heizung mit Wandheizkörpern mehr Fläche aufgeheizt und eine größere Wassermenge transportiert. Deshalb reagieren diese Systeme auf plötzliche Temperaturänderungen der Umgebung langsamer.
Weniger stark wirkt sich dieser Effekt bei Fußbodenheizungen in Trockenbauweise aus. Sie reagieren rascher auf Temperaturveränderungen, weil hier der Estrich als Wärmespeicher fehlt. Im Unterschied zu den klassischen Fußbodenheizungen werden, je nach Oberboden, statt des üblichen Fließ- oder Zementestrichs beispielsweise Trockenestrich-Elementplatten eingesetzt. Diese Konstruktion hält allen üblichen Belastungen im Wohnungsbau stand und lässt einen raschen Einbau aus einer Hand zu.
In einem Einfamilienhaus können zwei Montage-Tage ausreichen. Hinzu kommt, dass der Oberboden ohne Wartezeit verlegt werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die geringe Aufbauhöhe. Mit ungefähr 40 bis 60 mm inklusive Bodenbelag fällt diese deutlich niedriger aus als bei Systemen mit im Heizestrich integrierten Rohren.
Fundament-
Das Fundament trägt das darauf errichtete Bauwerk sicher und verhindert, dass Erdbewegungen oder Setzungen Risse im Mauerwerk auslösen. Es muss gegen Grund- und Sickerwasser geschützt sein und unterhalb der Frostgrenze des Erdreichs liegen, um ein Zusammenziehen bei Frost und eine Ausdehnung bei Tauwetter zu vermeiden. Ab einer Tiefe von etwa 80 Zentimetern ist hierzulande kein Bodenfrost mehr festzustellen.