Das große Baulexikon
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Balkondämmung-
Auskragende Betondecken bei Balkonen wirken im Winter wie -->Wärmebrücken, sie leiten die Wärme aus dem Haus ab.Verhindern läßt sich das beim Neubau durch den Einbau von Balkon-Dämmelementen, die den Balkon vom warmen Haus trennen.
Balkon/Terrassen-Drainage-
Diese Flächendränage fängt durch Fliesenbeläge eindringendes Sickerwasser auf und leitet es ab. Dadurch wird eine Überfeuchtung des Mörtelbettes verhindert.
Bauabdichtung-
Abdichtung gegen -->drückendes und -->nichtdrückendes Wasser durch geeignete Dichtmittel wie Dichtmörtel, Isolierungen, Dichtschlämme, Anstriche oder Beschichtungen. Infolge mangelnder Abdichtungen eindringendes Wasser verschlechtert zunächst die Dämm-Eigenschaften und führt dann zu einer Versalzung und Zersetzung betroffener Bauteile.
Bauabnahme-
Die von der Baubehörde erteilte Erlaubnis zur Nutzung eines Gebäudes. Der Rohbau wird mit einem Zwischenbescheid baurechtlich abgenommen (dazu ist auch der Schornsteinfegerschein notwendig) und zum Ausbeu freigegeben. Der fertige Bau erhält dann den "Gebrauchs-Abnahmeschein"!
Baubiologie-
Die Baubiologie ist die Lehre von den ganzheitlichen Beziehungen zwischen dem Menschen und der gebauten Umwelt. Die Baubiologie umfaßt nicht ausschließlich biologische Baustoffe und ihre Wirkung, sondern auch die Wirkung anorganischer Baustoffe wie Sand, Lehm, Beton.
Baufeuchte-
Feuchte in Mauerwerk und Rohbau eines Neubaues. Baustoffe wie Mörtel, Putz, Estrich, Steine, Beton und die Witterung bringen erhebliche Wassermengen in den Bau. Es dauert etwa zwei ganze Heizperioden, bis diese Baufeuchte aus dem neugebauten Haus verschwindet. Es ist deswegen von großer Bedeutung, wieviel Feuchtigkeit in den Baustoffen schon beim Rohbau ist und wie schnell diese Feuchtigkeit an die Außenluft abgegeben wird.
Eine niedrige Baufeuchte bedeutet:
- Kein erhöhter Energieverbrauch in den ersten beiden Wintern.
- Keine Beeinträchtigung der Gesundheit der Bewohner des Neubaus.
Baugenehmigungsverfahren-
Ohne schriftliche Erklärung der zuständigen Baubehörde ist die Errichtung, die Veränderung oder der Abriss von Gebäuden nicht gestattet. Anhand des eingereichten Antrags prüft die Behörde, ob dem Bauvorhaben derzeit geltende öffentlich-rechtliche Vorschriften nicht entgegenstehen, beispielsweise Auflagen nach dem Bebauungsplan. Die einzureichenden Unterlagen umfassen neben dem Antrag auf Baugenehmigung Baubeschreibung, Baupläne, Lageplan und so weiter; sie müssen in zwei- bis dreifacher Ausfertigung vorgelegt werden.
Baulast-
Die Baulast ist eine öffentlich rechtliche Last, die sich aus einer freiwilligen Verpflichtung des Grundstückseigentümers gegenüber der Bauaufsichtsbehörde ergibt. Beispiel Grundstücks-Befahrung: Ein Grundstückseigentümer duldet, dass der Nachbar seinen Boden zur Überfahrt auf das eigene Grundstück nutzt. Damit das nicht an die gute Laune des Eigentümers geknüpft bleibt, gibt dieser eine entsprechende Erklärung gegenüber der Baubehörde ab, die ins Baulastenverzeichnis eingetragen wird. Für den Käufer eines Grundstücks kann das bedeuten, dass es nur eingeschränkt bebaubar ist.
Beispiel Abstandsfläche: Abstandsflächen des Nachbarn werden auf's eigene Grundstück übernommen, damit der seine Baupläne verwirklichen kann. Hat der Voreigentümer eine Baulast eintragen lassen, muss der Käufer nicht nur die eigene Abstandsfläche einhalten, sondern auch die vom Vorbesitzer vereinbarte.
Deshalb sollte man vor Vertragsabschluss nicht nur einen Blick ins Grundbuch, sondern auch ins Baulastenverzeichnis werfen.
Baumängel-
Etwa vorliegende offensichtliche Baumängel werden bei Abnahme in einem Abnahmeprotokoll festgehalten. Mängel, die erst nach der Abnahme auftreten oder sichtbar werden unterliegen in der Regel der Gewährleistung, die allerdings bei einem Vertrag nach der Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) nach zwei Jahren verjähren, bei einem Vertrag nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch nach fünf Jahren.
Bebauungsplan-
Im Bebauungsplan (regional verschieden) werden durch die Gemeinde bestimmte Vorgaben zur baulichen Gestaltung rechtlich verbindlich festgelegt, zum Beispiel die Art der Nutzung, die Anzahl der Stockwerke, die Wahl der Baustoffe, der Fensterformate, der Dachneigung. Der freien Gestaltung sind somit Grenzen gesetzt, da jedes Bauvorhaben von den gemeindlichen Baubehörden unter anderem auf die Einhaltung des Bebauungsplans geprüft wird.
Behaglichkeit-
Ausgewogenes Verhältnis zwischen Raumlufttemperatur, innerer Oberflächentemperatur von Wand, Decke, Boden und der relativen Luftfeuchte.
Bekiesung-
Zum Schutz vor Sonneneinstrahlung und zum Ausgleich hoher Temperaturdifferenzen im Sommer wird die Dachpappe auf Flachdächern mit Kies abgedeckt.
Belastung-
- In der Mechanik: Das Aufbringen einer Last auf ein Bauteil.
- Im Umweltschutz: Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser, wodurch Mensch und Umwelt belastet und gegebenenfalls geschädigt werden können.
- In der Akustik: Belastung von Mensch und Tier durch Arbeitsplatzlärm, Gewerbelärm, Straßenverkehrslärm, Flugzeuglärm.
Beschichtetes Glas-
Doppelscheiben allein reichen im altgemeinen nach der neuen Wärmeschutzverordnung nicht mehr aus. Dreifachscheiben sind zwar möglich, bringen aber konstruktive Schwierigkeiten. Sie haben ein höheres Gewicht und eine größere Scheiben-Dicke. Sie erfordern deswegen eine stärkere Rahmenkonstruktion. Daher geht zur Zeit der Trend zu Doppelscheiben, von denen eine mit einer Metallfolie beschichtet ist. Diese beschichtete Doppelscheibe dämmt besser als eine Dreifachscheibe aus Klarglas, zumal, wenn der Zwischenraum mit einem Dämmgas gefüllt ist. Die zur Zeit beste Verglasung ist eine Dreifachscheibe, bei der zwei Scheiben beschichtet sind und deren Zwischenräume mit Dämmgas gefüllt sind. Diese Konstruktion erreicht einen k-Wert von ca. 0,8 oder sogar schon 0,7.
Beton-
Gemisch aus -->Bindemittel, -->Zuschlagstoff und Wasser. Je nach Zusammensetzung, Herstellungsweise, Verarbeitung oder Beanspruchung wird zwischen verschiedenen Sorten unterschieden. Beton wird aus Zement, Sand, Kies oder Splitt sowie Wasser hergestellt. Diese Grundstoffe werden aus der Natur gewonnen. Ausgangsstoffe für den Zement sind Kalk und Ton, die bei hohen Temperaturen gebrannt und anschließend fein gemahlen werden. Normalbeton nennt man den am häufigsten verwendeten Beton beim Bauen. Fließbeton nennt man den dünnflüssigeren Beton, meistens mittels Betonpumpe und Schlauch verarbeitet (z.B. zum Ausfüllen von Schalungssteinen).
>> siehe auch: Ortbeton / Transportbeton
Betondachsteine-
Betondachsteine werden seit etwa 40 Jahren industriell produziert und gehören zu den jüngsten Dachdeckungs-Materialien. Sie werden durch Mischen von Zement, quarzhaltigem Sand und Wasser hergestellt. Die Oberfläche der meisten Dachsteine aus Beton ist mit einer Acrylatbeschichtung auf Wasserbasis veredelt. In die Farbe eingebettet sind wiederum Eisenoxydpigmente und mineralische Füllstoffe. Betondachsteine werden bei 60 Grad sechs bis acht Stunden lang spezialgetrocknet. Die endgültige Aushärtung erfolgt durch die Lagerung im Freien.
Betonfertigteile-
Fertigteile aus Beton werden in einer Fabrik hergestellt, dort gelagert, auf die Baustelle geliefert und dann montiert. Aus großformatigen Fertigteilen werden Decken, Wände und Dächer hergestellt. Fertigteilkonstruktionen aus Stützen und Balken sowie fertige Sanitärzellen gehören mit zum Programm der Hersteller. Fertigteile aus gefügedichtem Leichtbeton haben ein geringeres Gewicht und lassen sich leichter transportieren, sie sind wärmedämmend und leichter zu bearbeiten.
Beton-Schäden-
Beton-Schäden sind z.B. Beton-Nester, die durch ungenügende Verdichtung beim Einbringen, nicht ausreichende Durchmischung oder falsche Körnung entstehen. Beton-Schäden entwickeln sich auch durch unzureichende Betonüberdeckung der Stahleinlagen, Feuchtigkeit und aggressive Schadstoffe in der Luft.
Bewegungsfuge-
Fuge zwischen zwei Bauteilen, die Dehnungen, Setzungen und dgl. ermöglicht, so daß keine schädlichen Spannungen an den Bauteilen auftreten können.
Bewehrung-
Die Einlagen im Beton werden Bewehrung genannt. Diese sind aus Stahl und je nach Anforderung als Stäbe, Geflecht oder Matte ausgebildet. Die Bewehrung erhöht deutlich die Belastbarkeit der damit ausgestatteten Bauteile->Armierung
Bims-
Bims ist vulkanisches, sehr porenreiches Material, dadurch leicht und gleichzeitig hochwärmedämmend. Bims läßt sich leicht bearbeiten und ist auch ohne große Vorarbeiten ein guter Putzträger. Bims wird als Vollstein, Hohlblockstein, Formstein oder Platte verarbeitet.
Bindemittel-
Mittel zur Bindung verschiedener Stoffe in einem Gemisch. Bindemittel sind z. B. Kalk oder Zement in Mörtel und Beton, Leim, Kunstharz oder Öl in Anstrichen.
Biodämmstof-
Ökologischer Baustoff aus nachwachsenden Rohstoffen wie Schafwolle, Holzfasern oder Baumwolle.
Bitumen-
Natürlich vorkommende oder durch Erdöl-Aufbereitung gewonnene Masse, zähfließend bis fest, schmelzbar. Wird im Straßenbau und zur Abdichtung von Bauteilen sowie für Dachplatten verwendet.
Bitumenbahn-
Bitumenpappe als Feuchtesperre in Mauerwerk
Blähton-
Hochwertiger Spezialton wird gemahlen und anschließend bei ca. 1.200° C gebrannt und dabei gleichzeitig gebläht. Das Ergebnis sind annähernd runde Körner mit geschlossener Oberfläche, aber vielen eingeschlossenen Luftzellen im Inneren, die für die gute Wärmedämmung sorgen. Wird zu Steinen weiterverarbeitet oder als Schüttung in Fußböden eingesetzt.
Blindfussboden-
(auch Blindboden). Bretterlage, die als Untergrund für Parkettboden dient.
Brandschutztür-
Tür mit festgelegten Konstruktionsmerkmalen nach DIN, die baubehördliche Zulassung ist auf dem Typenschild vermerkt. Brandschutztüren sind z. B. für Heizungskeller vorgeschrieben.
Brennwerttechnik-
Technik, um den Wirkungsgrad der Verbrennung von Heizöl und Heizgas zu erhöhen. Öl und Gas enthalten Wasser. Bei normalen Kesseln verdampft es und zieht durch den Schornstein ungenutzt ab. Bei der Brennwerttechnik lässt man diesen Dampf im Kessel kondensieren. Daher heißen Brennwertkessel auch Kondensatkessel.
Beim Kondensieren wird die im Wasserdampf enthaltene latente Wärme gewonnen und für die Heizung genutzt. Das Kondensat fließt ab. Brennwertkessel brauchen also neben dem Schornstein einen Wasserabfluss.